Aufarbeitung NS-Gewaltherrschaft

CDU – Fraktion schlägt gründliche Aufarbeitung der Wietmarscher Geschichte während der NS Gewaltherrschaft vor.

Auf Antrag der CDU – Fraktion soll sich nun eine Arbeitsgruppe differenziert und umfassend mit der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befassen. Dabei sollen alle Ortsteile der heutigen Einheitsgemeinde Wietmarschen einbezogen werden. Der Arbeitstitel könnte AK Wietmarscher Gedenken sein.

Es geht darum sich umfassender als bisher mit der Thematik im speziellen Hinblick auf das heutige Wietmarscher Gemeindegebiet und Menschen aus unserer Gemeinde zu befassen. Am Ende soll die Aufarbeitung ein wesentlicher Beitrag dazu sein, dass das Wissen an diese schlimme Zeit und die schrecklichen Ereignisse nicht verloren geht und das Gedenken daran erhalten bleibt, so die CDU in einer verbreiteten Pressemitteilung.

Die CDU sieht an einigen Stellen in der Gemeinde Hinweise und Gedenktafeln zur Erinnerung an die NS Zeit. Zu nennen sind ein Gedenkstein mit Tafel zur Erinnerung an das Kriegsgefangenlager Herzford, der Russenfriedhof in Füchtenfeld und weitere Gedenktafeln am Dorfplatz Füchtenfeld, Gedenktafel am Ehrenmal in Lohne mit Namen von Personen, die mittelbar oder unmittelbar durch den NS Terror ums Leben kamen (August Perk, Maria Bruns, Maria Janning, Hermann Tieke), und die Station 8 des Glaubensweges bei der auf einer Bronzeplatte Namen verschiedener Stätten für Folter, Kerker und Massenmord stehen, auch Auschwitz, Esterwegen und Füchtenfeld stehen.

Die Heimatvereine Lohne und Wietmarschen haben im Vorfeld ihr Interesse an einer Aufarbeitung des Themas und die Bereitschaft zur Mitwirkung bekundet. In einem vom Fraktionsvorsitzenden Heinz Bökers und seiner Stellvertreterin Monika Wassermann mit Herrn Bernhard Jansen und Hubert Tietz vom Kulturamt des Landkreises Grafschaft Bentheim geführten Gespräch wurde die Bereitschaft zur fachlichen Unterstützung des Arbeitskreises erklärt.

Um die notwendige Fachkompetenz einzubringen wird vorgeschlagen eine externe Fachkraft, ggf. ein Historiker zur entgeltlichen Mitarbeit einzubeziehen. Diese Kraft könnte in der Anfangsphase den Arbeitskreis leiten. Die CDU stellt bei der Gemeindeverwaltung einen entsprechenden Antrag die notwendigen ersten Schritte zu koordinieren und die Mittel bereitzustellen.

Die CDU-Fraktion greift mit dieser Initiative die mehrfach geführte Diskussion über eine mögliche Straßenbenennung nach August Perk auf. In den Diskussionen hat die CDU neben anderen Argumenten, die vor einer solchen Einzelmaßnahme notwendige Aufarbeitung des Themas für das Gemeindegebiet angemahnt.

Ob und wie künftig ggf. zusätzliche Gedenkmaßnahmen, oder Orte im Gemeindegebiet aufgestellt oder installiert werden, soll der weiteren intensiven Diskussion vorbehalten bleiben, so die CDU. Wichtig sei, dass dies dann auf Basis einer fundierten fachlichen Grundlage geschehe, die nun geschaffen werden soll.