CDU-Fraktionsklausur zum Thema Kitas in der Gemeinde Wietmarschen

Die CDU-Fraktion im Wietmarscher Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am 03. September im Rathaus Lohne intensiv mit dem Thema „Kinderkrippen und Kindergärten in der Gemeinde Wietmarschen“ befasst. Als Fachkundige zum Thema hatte Vorsitzender Heinz Bökers die Leitungen und Rendanten der sechs vorhandenen Kitas und zusätzlich des künftigen Betriebskindergartens Landwehr in der Gemeinde eingeladen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurden von Bürgermeister Manfred Wellen die Entwicklung der Kinderzahlen und das aktuelle Anmeldeverhalten für die Kinderkrippen dargestellt. Demnach gab es in den 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Gemeinde noch jährlich ca. 150 bis 170 Geburten. In den letzten Jahren habe sich die Geburtenzahl auf rd. 120 bis 130 Kinder pro Jahr stabilisiert. Damit sei der demographische Wandel auch in Wietmarschen zu spüren. Jedoch sei der Geburtenrückgang in Wietmarschen nicht so gravierend, wie in vielen anderen Regionen. Dies führte er auf die starke Entwicklung in der Gemeinde mit vielen Neubauten und jungen Familien in der Gemeinde zurück. Wietmarschen sei als eine der ganz wenigen Gemeinden eine wachsende Gemeinde. In den vergangenen 10 Jahren sei die Bevölkerungszahl um ca. 1.000 Einwohner auf nun 12.278 (Stand 01.07.15) angewachsen.
Derzeit gebe es 90 und ab Januar 2016 mit Inbetriebnahme der Landwehr-Kita 105 Krippenplätze in der Gemeinde. Alle verfügbaren Plätze werden gebraucht. Damit würden ca. 42 % der Kinder im Krippenalter (ab 1 Jahr) einen Krippenplatz in Anspruch nehmen. Es sei zu überlegen, ob und wo weitere Krippenplätz in der Gemeinde geschaffen werden können und sollen. Aufgrund des festzustellenden Anmeldeverhaltens sei davon auszugehen, dass künftig Krippenplätze in noch größerem Umfang von den Eltern gewünscht, bzw. aus beruflichen Gründen benötigt werden.

Clemens Borger, Rendant der Kirchengemeinde Lohne, bedankte sich zunächst bei der CDU Fraktion für die intensive Befassung mit dem Thema Kita´s. Er wies darauf hin, dass sich die Situation in den Kitas in den letzen Jahrzehnten erheblich gewandelt habe. Es seien die Krippen hinzugekommen, Mittagstisch würde vielfach ausgegeben und auch die Anforderungen der Eltern seien höher geworden. Dies betreffe sehr flexible Öffnungszeiten, nur noch kurze Schließungszeiten in den Ferien und der gestiegene Informationsbedarf der Eltern.
Neben den hohen finanziellen Anstrengungen seien auch die „verordneten“ Vorgaben von Land und Bund nicht einfach in der Praxis umzusetzen. Hier nannte er die seit 2014 geltende Regelung, dass bereits ab dem ersten Krankheitstag einer Erzieherin die Vertretungskraft eine Fachkraft sein müsse. Auch die Anforderung, dass die Drittkräfte in den Krippen eine Fachausbildung (mindestens als Sozialassistenten) benötigen, sei in der Praxis nicht so schnell nicht umzusetzen. Hier sei allerdings inzwischen eine brauchbare Übergangslösung gefunden worden.
Die Kita Leitungen bewerten die Forderung, künftig nur noch fachlich ausgebildete Drittkräfte in den Krippen eigesetzt werden sollen positiv. Es sei damit grundsätzlich eine gemeinsame fachliche Basis vorhanden, was sie gemeinsame Arbeit vielfach erleichtere. Die Eltern und auch die Kinder würden zudem bei Kontakten mit dem Kita Personal nicht zwischen ausgebildeten Fachkräften und angelernten Kräften unterscheiden.

Malte Bühner vom künftigen Betriebskindergarten Landwehr Kids and Bytes berichtete, dass bereits alle 15 Krippenplätze ab Januar verplant seien. Das Angebot an Betriebsangehörige der Fa. Landwehr und Mitarbeiter anderer Gewerbebetriebe werde gut angenommen. Für Kinder aus der Gemeinde Wietmarschen sind hier 5 Plätze reserviert. Es sei konkret geplant eine weitere Krippe und eine Regelgruppe, ggf. altersübergreifend zu bauen und einzurichten. Eine abschließende Entscheidung dazu sei allerdings noch nicht getroffen.
Rendantin Elisabeth Koers und Ratsherr Georg Röcker nutzten die Gelegenheit und machten darauf aufmerksam, dass es aufgrund des Alters im Kindergarten St. Johannes inzwischen dringenden Sanierungsbedarf gebe.

Nach etwa zwei Stunden intensiver Diskussion und Meinungsaustausch zu dem großen Themenkomplex Kitas bedankte sich Fraktionsvorsitzender Heinz Bökers nochmals ganz herzlich bei den Gästen für die Teilnahme an der Tagung. Zum Abschluss stellten sich die Gäste zusammen mit der Fraktion zum Foto auf.
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